Nachwuchs hat Zukunft - Themenvielfalt beim Nachwuchsforum Frankfurt 2017

Christian Wiesmüller

Auch im Anschluss an die Frankfurter Jahrestagung nutzten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler wieder das Forum für die kommende Generation. Neben dem Tagungsthema bietet sich für sie die Möglichkeit, ihr Projekt zum Fachgebiet Technische Bildung vorzustellen. Die Vorträge zeigten eine große thematische und methodische Vielfalt auf. Es wird deutlich, dass die Forschungslandschaft zum Themengebiet noch viele offene Fragestellungen hat und dass derzeit eine merkliche Dynamik zu registrieren ist. Dies ist sicherlich dem ‚MINT-Stream‘ geschuldet. Gleichzeitig aber lässt sich dabei auch die Domänenspezifik der Technik schärfer herausschälen. Sich als Forscher mit der Technischen Bildung zu beschäftigen, sollte von daher auch eine erfolgsversprechende Berufsperspektive an Hochschulen sein. Zumal durch die Initiative der DGTB in der Zuordnung des Hochschulpersonals bei den statistischen Ämtern in Bund und Ländern in Aussicht steht, dass hier ein eigener Bereich neben z.B. der Berufspädagogik ausgewiesen wird, wenn die turnusmäßige Anpassung vorgenommen wird. Dadurch sollte die Allgemeine Technische Bildung gestärkt werden.

Cosima Klischat beschäftigt die Popularisierung von Technik und Wissenschaft durch außerschulische Angebote für Kinder und Jugendliche. Dies im Spannungsfeld zwischen Marketing und Technikvermittlung.  Menke Saathoff referierte sein Promotionsvorhaben, bei dem es um das Aufdecken der subjektiven Theorien von Lehramtsstudierenden geht. Friederike Straub beleuchtete Interessensbildung und Lernförderung am Beispiel außerschulischer Lernorte im Technikunterricht. Timo Finkbeiner stellte sein Forschungsvorhaben zur Bedeutung und zum Einfluss von Überzeugungen und Lehrervorstellungen beim Unterrichtsgegenstand ‚Technisches Werken‘ in der Grundschule vor. Brenda Frey schließlich beleuchtete Mobilität und Bildung im Spannungsfeld von Technik und Gesellschaft.

Als die Besonderheit des Nachwuchsforums darf gelten, dass neben schon fortgeschrittenen Forschungsprojekten auch welche zur Diskussion stehen, die noch ganz am Anfang begriffen sind; jedoch die Bandbreite möglicher Richtungen erkennen lassen, inhaltlich und methodisch. Die DGTB „will für die Diskussion der verschiedenen didaktischen Richtungen und wissenschaftlichen Forschungsansätze die Plattform bieten. Denn es existieren sich unterscheidende Ansätze: schulisch konkret vom fachlich eigenständigen Technikunterricht bis hin zu Fachverbünden mit technischen Inhalten und wissenschaftlich forschend von geisteswissenschaftlichen bis hin zu qualitativ und quantitativ empirischen Methoden“ (Vorwort zum Tagungsband ‚20 Jahre DGTB – Technische Bildung gestern, heute, morgen.‘ 2017).

In DGTB-eigener Sache: Nach vier Jahren sehr erfolgreicher Arbeit in der Leitung des Nachwuchsforums wechselt Privatdozentin Dr. Maja Jeretin-Kopf in den Vorstand der DGTB als Zweite Vorsitzende, durch Wahl bei der Gesellschaftsversammlung 2017. Ihr ist der Dank aus dem Kreis der Nachwuchswissenschaft gewiss. Ihre Funktion übernimmt Magister Timo Finkbeiner von der KPH Wien und Krems. Dies ist auch ein Ausweis dafür, dass die DGTB im deutschsprachigen Raum über die nationalen Grenzen hinweg vernetzt ist. Ein nächstes Treffen des Nachwuchses im geschlossenen Kreis ist bei entsprechender Nachfrage für das Frühjahr vorgesehen; ein bewährter Rhythmus.