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Effektive Kompetenzdiagnose in der Lehrerbildung

Kurzbeschreibung des Projektes

Das Forschungs- und Nachwuchskolleg EKoL „Effektive Kompetenzdiagnose in der Lehrerbildung“ ist eine Kooperation der Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Ludwigsburg (das FuN-Kolleg mit 3-jähriger Laufzeit wird seit dem August 2013 vom Kultusministerium und Wissenschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg gefördert und schließt 11 Teilprojekte mit ein). Ziele sind dabei, Modellierungen und standardisierte Diagnoseinstrumente von fachdidaktischen Lehrkompetenzen zu generieren und diese während der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung in BW einzusetzen.

Theoretischer Abriss

Die Forschungsarbeiten zu Kompetenzen von Lehrkräften wurden in den letzten Jahren stark ausgedehnt (vgl. z.B. König/Blömeke/Schwippert 2013; Post/Kastens/Lipowsky 2013; Seidel et al. 2008). Baumert und Kunter (2006) legten ein Modell professioneller Handlungskompetenz vor, in dem professionelles Wissen als grundlegender Bestandteil für die Profession des Lehrerberufs aufgefasst wird (vgl. Baumert/Kunter 2006; Vogelsang/Reinhold 2013). Nach dem von Shulman (1987) postulierten Konzept werden verschiedene Formen professioneller Fähigkeiten unterschieden. In der aktuellen Forschungsdiskussion über professionelle Lehrkompetenzen haben drei der Facetten eine übergeordnete Bedeutung gewonnen: content knowledge (CK), general pedagogical knowledge (PPK) sowie pedagogical content knowledge (PCK) (Shulman 1986, 1987), die vielfach aufgegriffen wurden.

Fragestellung

Das Teilprojekt geht unter vergleichender Perspektive der Frage nach, ob fachwissenschaftliche wie fachdidaktische Studieninhalte aus dem Lehramtsstudium der Naturwissenschaften den Erwerb fachdidaktischer Kompetenzen im Bereich Technik positiv beeinflussen. Hierzu wird dieser Kompetenzausschnitt Studierender mit affiner Studienfachkombination (etwa Physik und Technik oder Chemie und Technik) mit nicht-affinen Studienfachkombinationen (etwa Theologie und Technik) verglichen. Zur Prüfung der Hypothese muss ein Instrument zur Erfassung fachdidaktischer Kompetenzen neu entwickelt werden.

Methode

Um fachdidaktische Kompetenzen zu erfassen und eine Hypothesenprüfung vornehmen zu können, wurde ein an internationalen Standards der Professionalisierungsforschung (s.o.) ausgerichtetes, video- und textvignettengestütztes Testverfahren (vgl.  Oser/Curcio/Düggeli 2007; Lindmeier/Heinze/Reiss 2013; Kersting 2008) mit dem Fokus auf die fachdidaktische Kompetenz (PCK) entwickelt. 

Diese wurden mit Fachleitern an Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung in BW durch eine horizontale Expertenbefragung hinsichtlich der fachdidaktischen Relevanz sowie der Eindeutigkeit und Alltagsnähe der Testvignetten validiert. In einem zweiten Validierungsschritt wird der Gütemaßstab der Testitems ermittelt. Dazu dient eine mehrstufige Expertenbefragung. Dieser Schritt dient der Erstellung einer Expertennorm zur Identifizierung fachdidaktisch adäquater Handlungsweisen und Bewertungen zu den in den Vignetten dargestellten (kritischen) Unterrichtssituationen. Die Urteile der Studierenden werden dann über einen Paarvergleich mit den Urteilen der Expertennorm verglichen (vgl. Tepner/Dollny 2014).